versus

Massage tut gut.
Das kann man als Überschrift gern so stehen lassen. Es gibt sogar Belege dafür, dass Berührung einen heilenden Effekt hat. Was bei kleinen Kindern als völlig natürliche Herangehensweise von den Bezugspersonen gemacht wird, wenn sie sich verletzt haben, weinen oder traurig sind, funktioniert halt auch bei uns Erwachsenen.

Wie nachhaltig diese Berührungen sind, ist die Frage, die wir Therapierende uns stellen müssen. Ist es die geeignete Intervention für unsere Patient*innen, um das Behandlungsziel zu erreichen? Durchblutungsverbesserung, Anregung von Stoffwechsel, Tonusregulation, Schmerzlinderung und noch viele andere Eigenschaften schreibt man den Therapeutischen Massagen zu. Das ist auch nicht ganz falsch. Allerdings gibt es vielleicht noch andere Maßnahmen, die wirkungsvoller sind, weil eben mehr von den erwähnten positiven Wirkmechanismen passiert? In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja!

Einfaches Eigenexperiment:
Streichel Deinen Unterarm oder drücke so kräftg Du möchtest in das Gewebe. Warte einen Moment ab und beobachte was passiert. Nimm gern die andere Hand für den Vergleich. In diese nimmst Du nun einen Knautschball und drückst diesen kräftig zusammen. Einige Male, so oft Du willst oder kannst. Was spürst Du?

Beim Druck ins Gewebe passiert etwas, keine Frage. Wenn Du allerdings selbst aktiv wirst und Dein „Problem“ selber in die Hand nimmst, passiert einfach deutlich mehr. Muskulär werden mehr Fasern verwendet, dadurch werden die Gefäße mehr Sauerstoff in den Arm pumpen und auch mehr Abfallprodukte abtransportieren. Die Aktivierung des zentralen Nervensystems für Dein Bewegungsprogramm ist höher, weil Du es selbst aktiviert hast. Und, und, und.

Ich möchte Massagen nicht schlecht reden, ich möchte allerdings zu bedenken geben, dass es meist wirkungsvollere Maßnahmen gibt.