
versus

Letztens wurde ich von einer Patientin gefragt, ob ich denn wüsste, was „manuell“ bedeutet. Sie war verwundert, dass ich sie bisher nicht angefasst habe obwohl das auf der Verordnung drauf stand.
Meine MT-Ausbildung war umfangreich und auch aus meiner heutigen Sicht gut. Es wurden natürlich viele, sehr viele mit meinen Händen durchgeführte und für die Patient*innen passive Mobilisierungs- und Triggerpunkttechniken gelehrt. Allerdings auch sensomotorisches Training, Atemübungen und Krafttests.
Da ich bei meiner Patientin keine behandlungsbedürftigen „Blockierungen“ oder Triggerpunkte gefunden habe, jedoch deutliche muskuläre Dysbalancen, welche auf eine zu geringe Kraft zurückzuführen waren, haben wir eben genau an diesem Defizit gearbeitet.
Liebe Patient*innen, wundert Euch also nicht, wenn Eure Therapeutin oder Euer Therapeut sich eher für die aktiveren „Techniken“ entscheidet. Und liebe Therapeut*innen, Ihr müsst nicht erst das Gewebe löööösen, damit die muskulären Dysbalancen sich verbessern. Manchmal (häufiger als uns Manualtherapeuten bewusst ist) braucht es aktivierende Übungen.